Der Initiative “Sichere Häfen” beitreten

Horst Kowarsch, Stadtverordneter:

Es naht Weihnachten  und die Stadtverordnetenversammlung der Stadt Oberzent  könnte eine große humanitäre Geste zeigen, die zivil-gesellschaftliche Initiative „Sichere Häfen“ zu unterstützen. Erst den Beitritt prüfen und dann der Initiative ggf.  beitreten.

Am 14. September 2020 wandte sich das Evangelische Dekanat Vorderer Odenwald mit der Aufforderung an die politischen Gremien des  Odenwaldkreises, dass der Odenwald dem Bündnis Sichere Häfen beitreten sollte.

Das Evangelische Dekanat Vorderer Odenwald und das Evangelische Dekanat Odenwald bitten  den Odenwaldkreis, dem Beispiel vieler  Städte und Kreise zu folgen und gegenüber der Bundesregierung dafür einzutreten, dass die aufnahmebereiten Kommunen Geflüchtete auch aufnehmen können.

Die zivilgesellschaftliche Initiative „Sichere Häfen“ protestiert gegen das Sterben im Mittelmeer und setzt sich für eine Aufnahme von geflüchteten Menschen ein. Gleichzeitig protestiert sie gegen die Kriminalisierung von Seenotrettern. Bisher unterstützen bereits mehr als 150 Städte  und Kreise diese Bewegung,  darunter z.B. die Stadt Darmstadt, der Landkreis Darmstadt-Dieburg, Landkreis Groß-Gerau, Gießen, Kassel, Marburg, Werra-Meißner-Kreis und Wiesbaden.

Seit 2014 sind bereits 36.000 Menschen im Zentral-Mittelmeer auf der Flucht ertrunken. Menschen, die vor Hunger und keinem Zugang zu sauberem Trinkwasser, vor Verfolgung, Folter, Misshandlungen, Vergewaltigung, Sklaverei, Krieg, Terror und Tod aus ihren

Die Ver- und Behinderung der Seenotrettung verhindert keine Flucht. Tatsächlich nehmen Menschen trotz fehlender Rettungsschiffe aus Mangel an Alternativen und ungeachtet der Risiken die Flucht über das Mittelmeer weiter auf sich. Der einzige Unterschied ist: Das Risiko, bei der Flucht zu sterben, ist jetzt fast viermal höher als im vergangenen Jahr, so die Zahlen der Internationalen Organisation für Migration.

Es wird oft angemerkt, dass die Probleme der Menschen besser behoben werden könnten, wenn wir uns dafür einsetzen würden, die Fluchtursachen zu bekämpfen. Ungeachtet dessen, dass dies sicher sinnvoll ist, hilft das den Menschen, die sich jetzt bereits auf der Flucht, in menschenunwürdigen Lagern oder auf dem Mittelmeer befinden, überhaupt nicht.

Der Prüfantrag wurde mehrheitlich angenommen und an die Magistrat zur Bearbeitung weitergeleitet.

 

 

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